Wenn du eine Putzhilfe suchst, stolperst du schnell über einen Dschungel aus Plattformen, Portalen und Firmen, die alle ungefähr dasselbe versprechen: jemand kommt, putzt, deine Wohnung glänzt. In Wahrheit verbergen sich dahinter drei grundverschiedene Modelle. Genau dieser Unterschied entscheidet darüber, wie viel du zahlst, wie gut du bei einem Schaden abgesichert bist und wie viel Arbeit am Ende doch bei dir hängen bleibt. Wer das Modell nicht versteht, vergleicht Äpfel mit Birnen und wundert sich später über Servicegebühren, fehlende Versicherung oder eine Putzkraft, die er selbst beim Finanzamt anmelden muss.
Kurzfassung: Es gibt drei Anbieter-Typen. Die geprüfte Vermittlung (Wecasa, Helpling) prüft die Kräfte vorab, regelt Versicherung und Abrechnung und ist der bequemste Mittelweg. Der Marktplatz (Betreut.de, Putzperle) bringt dich nur mit Kräften in Kontakt, ist günstig im Einstieg, überlässt dir aber Prüfung, Anmeldung und Versicherung komplett selbst. Die Reinigungsfirma mit Festanstellung bietet die höchste Sicherheit, weil die Kräfte fest angestellt und versichert sind, kostet dafür aber am meisten. Für die meisten Haushalte ist die geprüfte Vermittlung die beste Wahl.
Warum der Anbieter-Typ wichtiger ist als der Name
Du buchst nicht einfach eine Putzkraft, du buchst ein Geschäftsmodell. Dieses Modell legt fest, wer für was verantwortlich ist. Bei einem Typ übernimmt der Anbieter Prüfung, Haftung und Organisation für dich. Beim nächsten bekommst du nur eine Liste mit Kontaktdaten und bist danach auf dich allein gestellt. Der Stundenpreis allein sagt darüber gar nichts aus. Ein günstiger Stundensatz auf einem Marktplatz kann dich am Ende teurer zu stehen kommen, wenn du selbst eine Versicherung abschließen und die Anmeldung übernehmen musst.
Wir schauen uns alle drei Typen an, jeweils mit Funktionsweise, Preis, Versicherung und der Frage, für wen sich der Typ wirklich eignet. Am Ende findest du eine Vergleichstabelle und eine ehrliche Empfehlung.
Achte auf drei Signale. Erstens: Wer prüft die Kraft? Steht im Kleingedruckten, dass der Anbieter Identität und Führungszeugnis kontrolliert, ist es eine geprüfte Vermittlung oder eine Firma. Steht dort, dass du selbst die Identität prüfen musst, ist es ein Marktplatz. Zweitens: Wer rechnet ab? Zahlst du bargeldlos über die Plattform, ist die Abwicklung organisiert. Zahlst du direkt an die Kraft, organisierst du selbst. Drittens: Gibt es eine Versicherung? Wirbt der Anbieter mit eigenem Haftpflichtschutz, ist er Vermittlung oder Firma. Verweist er dich auf deine eigene Versicherung, ist es ein Marktplatz.
Typ 1: Die geprüfte Vermittlung
Anbieter wie Wecasa und Helpling vermitteln dir selbstständige Reinigungskräfte, prüfen diese aber vorher und kümmern sich um Abrechnung, Versicherung und im Zweifel um Ersatz. Für die meisten Haushalte ist das ein guter Einstieg.
So funktioniert die geprüfte Vermittlung
Du gibst online deine Postleitzahl, den gewünschten Umfang und einen Termin ein. Die Plattform schlägt dir geprüfte Kräfte vor oder ordnet automatisch eine zu. Die Kräfte sind selbstständig tätig, aber sie kommen nicht ungefiltert auf die Plattform. Wecasa verlangt zum Beispiel ein Führungszeugnis und prüft Identität, Steuernummer und teils in einem Telefoninterview die Kompetenz, bevor jemand aktiv werden darf. Bezahlt wird ausschließlich bargeldlos über die Plattform. Das Thema Schwarzarbeit fällt damit komplett weg, weil die Kräfte vertraglich zur Selbstständigkeit verpflichtet sind.
Preis bei der geprüften Vermittlung
Zwischen den beiden Anbietern gibt es beim Preis einen wichtigen Unterschied. Wecasa arbeitet mit festen Preisen statt mit einem Marktplatz-Modell: ab 24,90 Euro pro Stunde für die regelmäßige Reinigung, 26,90 Euro für eine einmalige und 29,90 Euro für die Grundreinigung. In diesem Festpreis sind Provision, Anfahrt und Materialaufschläge bereits enthalten. Helpling funktioniert anders: Dort setzen die Kräfte ihre Preise selbst, der Durchschnitt liegt bei rund 16,90 Euro pro Stunde, dazu kommen 2,99 Euro Servicegebühr pro Buchung. Helpling ist im Einstieg also günstiger, aber der Stundensatz schwankt je nach Stadt und Kraft.
Das liegt am unterschiedlichen Plattform-Aufbau. Wecasa legt die Preise selbst fest und gibt dir damit einen klaren, kalkulierbaren Festpreis ohne Überraschungen. Du weißt vorher genau, was die Stunde kostet, egal welche Kraft kommt. Helpling überlässt die Preisbildung den einzelnen Kräften, die ihre Sätze selbst bestimmen. Der Vorteil bei Helpling: Du kannst eine besonders günstige Kraft auswählen. Der Nachteil: Der Preis ist weniger vorhersehbar und in Großstädten wie München liegt der Schnitt deutlich höher als die beworbenen 16,90 Euro. Beide Modelle sind als haushaltsnahe Dienstleistung nach Paragraf 35a Einkommensteuergesetz zu 20 Prozent absetzbar, bis zu 4.000 Euro pro Jahr.
Versicherung bei der geprüften Vermittlung
Das ist der stärkste Vorteil dieses Typs. Helpling unterhält eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von bis zu 5 Millionen Euro pro Schadensfall, wobei Schäden erst über einer Selbstbeteiligung von 500 Euro reguliert werden. Wecasa staffelt die Erstattung über den Versicherer Hiscox: Schäden unter 200 Euro werden nicht übernommen, zwischen 200 und 349 Euro anteilig, ab 350 Euro vollständig. Geht bei dir also etwas zu Bruch, stehst du nicht allein da. Genau diesen Schutz gibt es beim Marktplatz nicht.
Vorteile
- Kräfte sind vorab geprüft, bei Wecasa inklusive Führungszeugnis
- Haftpflichtschutz der Plattform inklusive
- Keine eigene Anmeldung, alles läuft legal und bargeldlos
- Ersatz bei Ausfall organisierbar (bei Helpling dokumentiert)
- Wunschkraft für Folgetermine wieder wählbar
Nachteile
- Höherer Stundensatz als beim Marktplatz
- Bei Helpling zusätzliche Servicegebühr pro Buchung
- Wecasa nur in 17 Städten, Helpling dafür in über 200
Typ 2: Der Marktplatz
Ein Marktplatz ist im Kern eine Kontaktvermittlung: Er bringt Auftraggeber und Putzkräfte zusammen, mischt sich aber in das eigentliche Arbeitsverhältnis nicht ein. Anbieter wie Betreut.de und Putzperle gehören zu diesem Typ. Der niedrige Einstiegspreis ist verlockend, aber die Eigenverantwortung ist real.
So funktioniert der Marktplatz
Du legst ein Gesuch an oder durchsuchst Profile von Putzkräften. Hast du jemanden gefunden, nimmst du direkt Kontakt auf und vereinbarst alles selbst: Stundenlohn, Termine, Aufgaben. Der Vertrag kommt ausschließlich zwischen dir und der Kraft zustande, die Plattform ist nicht beteiligt. Betreut.de schreibt das sogar ausdrücklich in die eigenen Bedingungen: Identität und persönliche Angaben der Kräfte werden nicht überprüft. Putzperle hält in den Bedingungen fest, dass Identität und Arbeitserlaubnis vom Auftraggeber selbst zu prüfen sind.
Preis beim Marktplatz
Auf den ersten Blick ist der Marktplatz am günstigsten. Die Stundensätze, die direkt mit der Kraft verhandelt werden, starten bei rund 14 Euro. Aber das ist nicht der ganze Preis. Marktplätze verlangen eine Mitgliedschaftsgebühr für den Zugang. Bei Betreut.de ist das eine Premium-Mitgliedschaft von rund 35 Euro im Monat, ohne die du gar keine Kräfte kontaktieren kannst, und dieses Abo verlängert sich automatisch. Putzperle ist deutlich günstiger: ab 5,90 Euro im Monat für Privatpersonen, ohne automatische Verlängerung. Den Stundenlohn der Kraft musst du in beiden Fällen direkt und meist außerhalb der Plattform zahlen.
Beim Marktplatz gibt es keine plattformeigene Haftpflichtversicherung für Schäden, die die Putzkraft bei dir verursacht. Betreut.de stellt ausdrücklich keine eigene Versicherung und verweist darauf, dass Auftraggeber und Kräfte sich selbst absichern müssen. Putzperle bietet zwar eine optionale Sorglos-Versicherung über einen Drittanbieter für 7,90 Euro im Monat mit einer Deckung bis 25.000 Euro an, aber das ist ein kostenpflichtiges Zusatzprodukt und keine inkludierte Leistung. Konkret heißt das: Macht die Kraft dein Parkett kaputt, greift nicht automatisch eine Police. Du bist auf die eigene Haftpflicht der Kraft angewiesen, die oft gar nicht existiert, oder auf deine eigene Vorsorge.
Das Thema Anmeldung und Legalität
Das größte Risiko des Marktplatzes liegt bei der Anmeldung. Weil die Plattform sich nicht einmischt, liegt die korrekte Anmeldung der Putzkraft komplett bei dir. Beschäftigst du jemanden regelmäßig und meldest ihn nicht an, ist das Schwarzarbeit, mit echten rechtlichen und finanziellen Folgen. Nutzerberichte zu Marktplätzen deuten darauf hin, dass viele Kräfte Barzahlung verlangen, was das Schwarzarbeitsrisiko zusätzlich erhöht. Wenn du den Marktplatz nutzt, musst du die Kraft selbst über das Haushaltsscheck-Verfahren der Minijob-Zentrale anmelden, wie wir es in unserem Ratgeber zur Anmeldung erklären. Tust du das nicht, sparst du kurzfristig, gehst aber ein vermeidbares Risiko ein.
Vorteile
- Niedriger Stundensatz, direkt mit der Kraft verhandelt
- Bei Putzperle sehr günstiger Mitgliedschaftspreis ohne Auto-Verlängerung
- Feste Direktbeziehung zur Kraft von Anfang an
- Große Auswahl an Profilen
Nachteile
- Keine Prüfung der Kräfte durch die Plattform
- Keine plattformeigene Versicherung inklusive
- Anmeldung und Legalität liegen komplett bei dir
- Kein Ersatz bei Ausfall
- Betreut.de mit Abo-Falle und automatischer Verlängerung
Typ 3: Die Reinigungsfirma mit Festanstellung
Der dritte Typ unterscheidet sich grundlegend von den beiden anderen: Hier sind die Putzkräfte keine Selbstständigen und keine privaten Kontakte, sondern fest angestellte Mitarbeiter des Anbieters. Unter den Portalen, die wir vergleichen, gibt es derzeit keines, bei dem das für alle Kräfte gesichert ist: MaidEasy darf laut AGB angestellte Mitarbeiter, freie Mitarbeiter oder Subunternehmer einsetzen, bei MrCleaner reinigen eigene Mitarbeiter oder beauftragte Partnerunternehmen. Diesen Typ findest du deshalb vor allem bei klassischen Reinigungsfirmen vor Ort. Lass dir dort bestätigen, dass die Kraft wirklich angestellt ist. Batmaid, früher mit festangestellten Kräften in vier Großstädten, ist in Deutschland seit Anfang 2026 nicht mehr buchbar.
So funktioniert die Reinigungsfirma
Du buchst bei der Firma, und sie schickt dir eine ihrer angestellten Kräfte. Weil die Putzkraft fest angestellt ist, trägt der Anbieter die volle Arbeitgeberverantwortung: Sozialversicherung, Anmeldung, Lohn. Für dich heißt das, das Thema Schwarzarbeit ist von vornherein vom Tisch, ohne dass du selbst etwas anmelden musst.
Preis bei der Reinigungsfirma
Sicherheit hat ihren Preis. Im Preis ist aber die komplette Arbeitgeberlast enthalten, die bei den anderen Typen entweder über die Provision läuft oder ganz bei dir landet. Auch hier gilt der Steuervorteil von 20 Prozent als haushaltsnahe Dienstleistung.
Versicherung bei der Reinigungsfirma
Bei der Festanstellung ist die Kraft sozialversichert, und der Anbieter haftet als Arbeitgeber.
Bei einer Reinigungsfirma ist die Putzkraft eine angestellte Mitarbeiterin des Unternehmens. Der Anbieter ist ihr Arbeitgeber, zahlt Lohn, führt Sozialabgaben ab und trägt die volle Verantwortung. Bei einer geprüften Vermittlung wie Wecasa oder Helpling ist die Kraft dagegen selbstständig tätig, die Plattform vermittelt sie nur und prüft sie vorab, ist aber nicht ihr Arbeitgeber. Für dich als Kunde ist der praktische Unterschied gering, weil in beiden Fällen die Plattform oder Firma die Abrechnung und Versicherung organisiert. Der Unterschied wird relevant bei der Frage der Verlässlichkeit: Eine feste Belegschaft lässt sich vom Arbeitgeber organisatorisch leichter steuern und im Krankheitsfall ersetzen als ein loser Pool selbstständiger Kräfte.
Vorteile
- Kräfte sind fest angestellt, gemeldet und sozialversichert
- Höchste Sicherheit, kein Schwarzarbeitsrisiko
Nachteile
- Höchster Stundensatz der drei Typen
Die drei Anbieter-Typen im direkten Vergleich
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
| Kriterium | Geprüfte Vermittlung | Marktplatz | Reinigungsfirma |
|---|---|---|---|
| Beispiele | Wecasa, Helpling | Betreut.de, Putzperle | klassische Reinigungsfirmen |
| Status der Kraft | selbstständig, vorab geprüft | selbstständig oder Minijob, ungeprüft | fest angestellt |
| Stundenpreis | ab 16,90 bis 24,90 Euro | ab ca. 14 Euro plus Mitgliedschaft | höchster der drei Typen |
| Versicherung | Haftpflicht inklusive | keine, nur optional zubuchbar | Anbieter haftet als Arbeitgeber |
| Anmeldung | läuft über die Plattform | musst du selbst übernehmen | Anbieter ist Arbeitgeber |
| Prüfung der Kraft | durch die Plattform | musst du selbst machen | durch den Arbeitgeber |
| Ersatz bei Ausfall | organisierbar | kein Ersatz | über den Arbeitgeber möglich |
| Aufwand für dich | gering | hoch | sehr gering |
Welcher Typ passt zu welchem Bedarf?
Es gibt keinen universell besten Typ, sondern einen, der zu deiner Situation passt. Drei Profile helfen bei der Einordnung.
Du willst es bequem und sicher, ohne Behördenkram
Dann ist die geprüfte Vermittlung dein Typ. Du bekommst eine vorab geprüfte Kraft, eine Versicherung ist dabei, du zahlst bargeldlos und musst nichts anmelden. Der Stundensatz liegt höher als beim Marktplatz, aber du sparst dir Suche, Prüfung, Anmeldung und das Schadensrisiko. Für Berufstätige ohne Zeit für Bürokratie ist das der unkomplizierteste Weg. Welcher der beiden Anbieter besser passt, hängt davon ab, ob dir ein kalkulierbarer Festpreis (Wecasa) oder ein niedrigerer Einstieg mit bundesweiter Verfügbarkeit (Helpling) wichtiger ist.
Du willst maximal sparen und nimmst Eigenarbeit in Kauf
Dann kann der Marktplatz passen, aber nur unter einer Bedingung: Du musst die Kraft sauber anmelden und dich um Versicherung und Prüfung selbst kümmern. Der niedrige Stundensatz lohnt sich nur, wenn du den Mehraufwand und das Risiko bewusst trägst. Putzperle ist hier wegen der günstigen Mitgliedschaft ohne automatische Verlängerung die fairere Option als Betreut.de mit seinem teureren Abo. Wer den Marktplatz ohne Anmeldung nutzt, spart auf dem Papier, riskiert aber Bußgelder und Nachzahlungen.
Dir ist maximale Sicherheit wichtiger als der Preis
Dann ist die Reinigungsfirma mit Festanstellung dein Typ. Du zahlst am meisten, bekommst dafür aber das rundeste Sicherheitspaket: angestellte, sozialversicherte Kräfte und null Aufwand bei der Anmeldung. Für Menschen, die jedes Risiko ausschließen wollen, ist das die sauberste Lösung.
Unser Fazit
Welcher Typ am Ende zu dir passt, kannst du mit unserem Putzkraft-Finder in wenigen Klicks eingrenzen. Wenn du tiefer in die einzelnen Anbieter und ihre Preismodelle einsteigen willst, findest du alle Details in unserem Putzportal-Vergleich. Und einen kompakten Überblick über alle Wege, eine Putzhilfe zu finden, gibt dir unser Ratgeber zur Reinigungskraft-Suche.
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