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Leere frisch gereinigte Wohnung nach dem Auszug mit Tageslicht und blankem Holzboden

Umzugsreinigung und Endreinigung nach Auszug: der Komplett-Guide

· Thomas Kirsche · 11 Min. Lesezeit
Leere frisch gereinigte Wohnung nach dem Auszug mit Tageslicht und blankem Holzboden

Wenn der Umzugswagen weg ist und die letzte Kiste raus, kommt der Teil, den fast jeder unterschätzt: die Wohnung muss sauber übergeben werden. Die Umzugsreinigung, oft auch Endreinigung oder Auszugsreinigung genannt, entscheidet darüber, ob du deine Kaution vollständig zurückbekommst oder ob der Vermieter einen Teil einbehält. Dieser Guide führt dich durch den kompletten Ablauf: was der Mietvertrag wirklich verlangt, was du Raum für Raum putzen musst, ob du selbst rangehst oder einen Service buchst und wie die Übergabe am Ende sauber läuft.

Kurzfassung: Beim Auszug bist du als Mieter zur Reinigung verpflichtet, mindestens besenrein, in der Praxis erwarten viele Vermieter aber übergabefertig. Geh die Wohnung leer und systematisch von Raum zu Raum durch, beginne oben (Decke, Schränke) und arbeite dich nach unten zum Boden vor. Wer keine Zeit oder Lust hat, bucht eine geprüfte Reinigungskraft, dokumentiert die Übergabe mit Protokoll und Fotos und sichert so die Kaution. Die Arbeitskosten sind zu 20 Prozent steuerlich absetzbar.

Besenrein oder übergabefertig: Was dein Mietvertrag wirklich verlangt

Bevor du auch nur einen Lappen in die Hand nimmst, schau in deinen Mietvertrag. Dort steht, in welchem Zustand du die Wohnung zurückgeben musst, und das bestimmt deinen Aufwand. Zwei Stufen solltest du auseinanderhalten.

Besenrein ist der gesetzliche Standard, wenn im Vertrag nichts Weitergehendes wirksam vereinbart ist. Besenrein heißt: grober Schmutz weg, Böden gefegt oder gesaugt, alle eigenen Gegenstände und Müll entfernt, Spinnweben beseitigt, Dübel raus und Löcher verschlossen. Du musst nicht jede Fuge schrubben und keine Fenster putzen. Das ist die minimale Variante und reicht rechtlich oft aus.

Übergabefertig, manchmal als besenrein plus formuliert, geht deutlich weiter und ist der Zustand, den die meisten Vermieter in der Praxis sehen wollen. Dazu gehören Bad und Küche entkalkt und fettfrei, Fenster geputzt, Böden gewischt, Schränke und Backofen innen gereinigt, Heizkörper abgestaubt. Mehr Arbeit, aber zuverlässiger Schutz vor Abzügen.

Der Unterschied auf einen Blick:

  • Besenrein: fegen, saugen, Müll und eigene Sachen raus, Dübel entfernen, grober Schmutz weg. Gesetzlicher Mindeststandard.
  • Übergabefertig: zusätzlich Bad und Küche entkalken, Fenster putzen, Böden wischen, Geräte innen reinigen. Was Vermieter meist erwarten.

Eine Klausel, die dich zur kompletten Endrenovierung oder zwingend zu einer professionellen Reinigung verpflichtet, ist in vielen Fällen unwirksam. Der Bundesgerichtshof hat starre Renovierungsklauseln mehrfach gekippt. Trotzdem lohnt sich eine gründliche Reinigung fast immer, weil sie deine Kaution schützt. Lies den Vertrag genau und frag im Zweifel beim Mieterverein nach, bevor du eine teure Forderung akzeptierst.

Besenrein heißt, dass du die Wohnung von grobem Schmutz befreist: fegen oder saugen, Müll und eigene Gegenstände entfernen, Spinnweben beseitigen, Dübel ziehen und Löcher schließen. Du musst nicht entkalken, Fenster putzen oder Geräte innen reinigen. Besenrein ist der gesetzliche Mindeststandard, sofern im Mietvertrag nichts Weitergehendes wirksam vereinbart ist. Viele Vermieter erwarten in der Praxis mehr, weshalb sich eine übergabefertige Reinigung trotzdem auszahlt.

Der richtige Ablauf: leer, von oben nach unten, Raum für Raum

Eine Umzugsreinigung läuft anders als der wöchentliche Putz. Drei Grundregeln machen den Unterschied.

Erst räumen, dann putzen. Eine leere Wohnung lässt sich gründlich und schnell reinigen. Du kommst hinter Schränke, unter Regale und in jede Ecke, ohne Möbel rumschieben zu müssen. Plan die Reinigung also für den Tag, an dem die letzte Kiste draußen ist.

Von oben nach unten. Beginne mit Decke, Lampenfassungen und Schrankoberseiten, arbeite dich über Türen, Fensterbänke und Heizkörper vor und reinige den Boden ganz zum Schluss. So fällt herieselnder Staub immer auf noch ungeputzte Flächen, statt frisch gewischten Boden erneut zu verschmutzen.

Raum für Raum, nicht Aufgabe für Aufgabe. Nimm dir einen Raum komplett vor, bevor du zum nächsten gehst. Das gibt dir ein klares Gefühl für den Fortschritt, und du vergisst keine Ecke. Bad und Küche schaut der Vermieter am genauesten durch.

Räume die Wohnung zuerst komplett leer, dann reinigst du von oben nach unten: Decke und Lampen, danach Schränke, Türen, Fensterbänke und Heizkörper, zum Schluss der Boden. Arbeite Raum für Raum ab, statt einzelne Aufgaben durch die ganze Wohnung zu ziehen. Beginne mit den weniger kritischen Räumen und nimm dir Bad und Küche besonders gründlich vor, weil Vermieter dort am genauesten prüfen.

Checkliste für die Endreinigung: jeder Raum im Detail

Damit du nichts übersiehst, hier die wichtigsten Aufgaben aufgeschlüsselt nach Raum. Das deckt den übergabefertigen Standard ab. Brauchst du nur besenrein, kannst du Entkalken, Fenster und Geräte innen weglassen.

Küche:

  • Backofen und Herd innen und außen, Fettablagerungen entfernen
  • Dunstabzug und Fettfilter reinigen
  • Kühlschrank abtauen, innen auswischen, Tür offen lassen
  • Spüle und Armatur entkalken, Abfluss frei
  • Schränke innen und außen auswischen, Griffe nicht vergessen
  • Fliesenspiegel von Fettspritzern befreien

Bad:

  • Dusche, Wanne und Armaturen vollständig entkalken
  • Toilette innen und außen, auch hinter dem Becken
  • Fugen und Silikon von Schimmel und Kalk befreien
  • Spiegel und Glasflächen streifenfrei
  • Abflüsse von Haaren befreien, Geruchsverschluss spülen
  • Fliesen wischen, Heizkörper und Handtuchhalter abstauben

Wohn- und Schlafräume, Flur:

  • Dübel ziehen, Löcher verschließen, Wände auf grobe Flecken prüfen
  • Heizkörper, Fensterbänke und Türrahmen abstauben und abwischen
  • Einbauschränke innen leeren und auswischen
  • Lichtschalter, Steckdosenblenden und Türgriffe abwischen
  • Böden saugen und wischen, Ecken und Kanten nicht vergessen
  • Rollladenkästen und Lampenanschlüsse vom Staub befreien

Fenster und Außenbereiche:

  • Fenster innen und außen streifenfrei, auch die Rahmen und Falze
  • Balkon oder Terrasse kehren und wischen, Geländer abwischen
  • Keller- und Abstellraum leeren und besenrein hinterlassen
  • Briefkasten leeren, Namensschild entfernen

Diese Liste wirkt lang, weil sie vollständig ist. Eine durchschnittliche Mietwohnung kostet dich realistisch einen ganzen Tag, groß verschmutzte oder lang bewohnte Wohnungen auch länger. Und damit stellt sich die Frage, ob du das selbst machen willst.

Selbst putzen oder Profi-Service buchen?

Beide Wege funktionieren. Die Antwort hängt von Wohnungsgröße, Zeit, Zustand und der Höhe deiner Kaution ab.

Selbst putzen spart die Dienstleisterkosten, kostet dich aber Zeit und Material genau in der Phase, in der du ohnehin im Umzugsstress steckst. Du brauchst Entkalker, Fettlöser, einen Fensterabzieher, oft eine Leiter und Geduld für Backofen und Fugen. Der größere Haken: Du putzt nicht mit professionellem Blick und übersiehst leicht Stellen, die einer Fachkraft sofort auffallen. Findet der Vermieter sie, droht trotz Mühe ein Abzug.

Den Service buchen nimmt dir den Aufwand komplett ab und liefert ein Ergebnis, das einer Vermieterprüfung standhält. Du bekommst eine Rechnung für die Steuer, und über geprüfte Vermittlungsplattformen sind die Kräfte haftpflichtversichert. Bei extraSauber etwa gibt es eine eigene Umzugsreinigung ab 2,50 € pro Quadratmeter samt optionaler Abnahmebegleitung, bei MaidEasy die Auszugsreinigung als Fixpreis-Paket ab 154 €. Welcher Anbieter zu welchem Fall passt, schlüsseln wir im Detail im Putz-Portale-Vergleich auf.

Die Faustregel: Kleine, gepflegte Wohnung und genug Zeit? Selbst putzen geht. Große Wohnung, knappe Zeit, kritischer Vermieter oder hohe Kaution? Dann ist der professionelle Service die sichere Wahl. Rechne ehrlich gegen die Kaution, die meist zwei bis drei Monatsmieten beträgt: Eine Reinigung für ein paar hundert Euro ist fast immer günstiger als ein Einbehalt.

Das hängt von Wohnungsgröße, Zeit und Kautionshöhe ab. Selbst putzen spart die Dienstleisterkosten, kostet aber einen ganzen Tag mitten im Umzug und birgt das Risiko, dass der Vermieter übersehene Stellen beanstandet. Der professionelle Service liefert ein vermieterfestes Ergebnis, eine Rechnung für die Steuer und versicherte Kräfte. Bei großen Wohnungen, knapper Zeit, kritischem Vermieter oder hoher Kaution ist der Service meist die günstigere und sicherere Wahl.

Wer macht die Endreinigung und wer zahlt?

Die Endreinigung beim Auszug zahlt grundsätzlich der Mieter. Du gibst die Wohnung in dem Zustand zurück, den dein Mietvertrag vorschreibt, mindestens besenrein. Der Vermieter ist nicht verpflichtet, sich an den Kosten zu beteiligen.

Heikel wird es bei der Kaution. Gibst du die Wohnung in einem Zustand zurück, den der Vermieter als unzureichend ansieht, kann er selbst eine Reinigungsfirma beauftragen und die Kosten von deiner Kaution abziehen. Diese Sätze sind oft höher als das, was du selbst über eine Plattform zahlst, und du hast keinen Einfluss auf den Umfang. Wer selbst organisiert, behält die Kontrolle über Kosten und Ergebnis.

Wenn du einen Service beauftragst, hast du die Wahl zwischen festem Pauschalpreis und Stundentarif. Wecasa deckt den Auszug über die Grundreinigung zum Stundentarif ab, mit einer Mindestbuchung von zwei Stunden. Was die Umzugsreinigung im Detail kostet, mit Rechenbeispielen pro Wohnungsgröße, liest du im Ratgeber zu den Umzugsreinigung-Kosten.

Die Endreinigung beim Auszug zahlt der Mieter. Du gibst die Wohnung im vertraglich vereinbarten Zustand zurück, mindestens besenrein. Reinigst du unzureichend, darf der Vermieter eine Firma beauftragen und die Kosten von der Kaution abziehen, oft zu höheren Sätzen als am freien Markt. Eine selbst organisierte Reinigung schützt die Kaution, die meist mehrere tausend Euro beträgt, und ist damit in aller Regel die günstigere Lösung.

Die Wohnungsübergabe: so sicherst du deine Kaution

Eine saubere Wohnung allein reicht nicht. Wie du die Übergabe dokumentierst, entscheidet darüber, ob du deine Kaution zügig und vollständig zurückbekommst. Diese Punkte solltest du nicht außer Acht lassen.

Checkliste für die Wohnungsübergabe:

  • Übergabeprotokoll: Haltet den Zustand jedes Raums schriftlich fest und lasst es von beiden Seiten unterschreiben. Ohne Protokoll steht später Aussage gegen Aussage.
  • Fotos machen: Fotografiere jeden Raum am Tag der Übergabe, am besten mit Datumsstempel. Das ist dein bester Beweis für den sauberen Zustand.
  • Zählerstände notieren: Strom, Gas und Wasser ablesen und ins Protokoll eintragen, sonst zahlst du für den Nachmieter mit.
  • Schlüssel zählen: Alle Schlüssel inklusive Keller, Briefkasten und Garage übergeben und die Anzahl im Protokoll vermerken.
  • Mängel klären: Merkt der Vermieter etwas an, lass dir eine angemessene Frist zur Nachbesserung geben, statt sofort einen Abzug zu akzeptieren.

Die Abnahmebegleitung, die extraSauber optional anbietet, zahlt sich genau bei kritischen Übergaben aus. Ist die Reinigungskraft vor Ort, lassen sich kleine Beanstandungen oft direkt ausräumen, bevor sie zum Streit über die Kaution werden. Kein Muss, aber bei einem schwierigen Vermieter kann sie Nerven und Geld sparen.

Erstelle ein Übergabeprotokoll, das den Zustand jedes Raums festhält und von Mieter und Vermieter unterschrieben wird. Fotografiere jeden Raum am Tag der Übergabe mit Datumsstempel. Notiere alle Zählerstände für Strom, Gas und Wasser im Protokoll. Zähle und übergib alle Schlüssel inklusive Keller und Briefkasten. Merkt der Vermieter Mängel an, vereinbare eine Frist zur Nachbesserung, statt sofort einen Kautionsabzug zu akzeptieren.

Steuervorteil: 20 Prozent der Endreinigung zurückholen

Die Umzugsreinigung zählt als haushaltsnahe Dienstleistung nach Paragraf 35a Einkommensteuergesetz. Du kannst 20 Prozent der Arbeitskosten direkt von deiner Steuerschuld abziehen, maximal 4.000 € im Jahr. Bei einer Reinigung für 300 € holst du dir also 60 € über die Steuererklärung zurück.

Zwei Bedingungen musst du erfüllen: eine ordentliche Rechnung, die die Arbeitskosten ausweist, und unbare Zahlung per Überweisung oder Karte. Buchst du über eine der großen Plattformen, bekommst du beides automatisch. Eine Putzkraft bar auf die Hand lässt sich dagegen nicht absetzen, was den vermeintlich günstigen Schwarzarbeit-Preis am Ende teurer macht. Der Vorteil gilt für die alte wie für die neue Wohnung, also auch für die Einzugsreinigung.

Fazit: So gehst du die Umzugsreinigung an

Die Endreinigung beim Auszug ist Pflicht des Mieters, und ob besenrein reicht oder übergabefertig verlangt wird, klärt dein Mietvertrag. Geh die leere Wohnung systematisch von oben nach unten und Raum für Raum durch, mit besonderem Augenmerk auf Bad und Küche. Protokoll, Fotos, Zählerstände bei der Übergabe, und deine Kaution ist sicher.

Wer keine Zeit oder kein Werkzeug für die gründliche Reinigung hat, fährt mit einem geprüften Service günstiger als mit einem Kautionsabzug, und holt sich zusätzlich 20 Prozent über die Steuer zurück.

Endreinigung bei Wecasa anfragen zum festen Stundentarif für die Grundreinigung, ohne versteckte Servicegebühr, oder eine Reinigungskraft bei Helpling buchen mit großer Auswahl in über 200 Städten. Du bist unsicher, welcher Anbieter zu deinem Auszug passt? Mit dem Putzkraft-Finder findest du in zwei Minuten die richtige Plattform. Einen Überblick über alle Reinigungsarten und wann du welche brauchst, gibt unser Ratgeber zu den Reinigungsarten.

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